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Schlösser in deutschen Landen: Ein kurzer Überblick

In Deutschland finden sich ähnlich viele Schlösser wie Frankreich oder Polen und damit wird der reichen europäischen Baugeschichte des Mittelalters und in der Neuzeit entsprochen. Allerdings ist nicht jedes Schloss gleich der Sitz von einem Kaiser gewesen, einige sind zudem nicht sonderlich gut erhalten, während andere regelmäßig eine Restaurierung spendiert bekommen. Lohnenswert sind die meisten deutschen Schlösser, es lässt sich hervorragend über die Geschichte lernen und dank der Möglichkeit zur Besichtigung kann jeder Fan von Bauromantik und Monarchenzauber auf seine Kosten kommen.

Große Namen

Am Anfang und ganz oben auf jeder Liste steht natürlich Neuschwanstein, einmalig schön gelegen und erbaut von einem Märchenkönig. Dieses Schloss in Oberbayern ist Ziel von Millionen Touristen und Vorbild für Disneyworld und viele andere Schlossgebäude in Fantasie und Wirklichkeit. Es folgt mit wenig Abstand das Heidelberger Schloss, eine riesige und imposante Anlage, die freilich heute auch als Ruine durchgeht und gerade dadurch einen morbide – romantischen Zauber ausstrahlt. Die Residenz in Würzburg hingegen ist prima erhalten und gehört in die Zeit des Barock, wodurch es in einer Reihe steht mit den Elbschlössern in Dresden und dem dortigen Zwinger, einer Art Schlosspark mit angeschlossenen Lustgalerien. Pflicht ist ein Besuch dazu in Sanssouci in Potsdam, dem Ruhesitz des Preußenkönigs Friedrich II. und auch das Schloss in Schwerin, malerisch gelegen auf einer Insel im See und eindeutig mit Einflüssen der berühmten Burgen entlang der Loire in Frankreich versehen.

Jahrhunderte in Stein

Der Sprung ins Mittelalter ist überall zu haben, so beispielsweise auf dem Schloss Moyland in NRW samt Park und Skulpturensammlung. In der Nähe vom erwähnten Neuschwanstein steht dann auch das Schloss Neuschwangau, das wohl auch als Vorlage und zumindest als Inspiration für das bekannteste deutsche Schloss gegolten haben mag. Das Schloss Moritzburg hingegen bei Dresden ist ein klassischer Jagdpalast, also mit Park und See und kunstvoll verwandelter Landschaft, was ein weiteres Beispiel für die ästhetische Suche nach Schönheit der Sächsischen Könige darstellt.

Verschwendung und Kargheit im Widerstreit

Und überhaupt ist das ein nicht ganz geringer Streit gewesen, wenn auf der einen Seite ein Schloss wie Sanssouci zwar schön und adrett, auch groß und weitläufig daherkommt, im Grunde genommen aber ein riesiger, wenn auch luxuriöser Bungalow bleibt, während ein Schloss wie Neuschwanstein wahrscheinlich einzig und allein zu Zeiten absoluter Monarchien errichtet werden konnte. So sind dann Orte wie Schloss Ahrensburg bei Hamburg oder auch das in Bayern gelegene Schloss Mespelbrunn eine Abfolge von jeweilig anders verstandener Architektur und es ist sicher eine ungemein unterhaltsame Tour durch Deutschland, wenn diese mal die Auseinandersetzung zwischen sparsamen, aber mächtigen Königen auf der einen und verschwenderisch, aber machtlosen Herrschern auf der anderen Seite anhand der Baugeschichte besichtigt.